Katholische Kindertageseinrichtungen Hochsauerland-Waldeck gGmbh
Familienzentrum St. Cyriakus Erwitte
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Wiso-Weshalb-Warum 2. Folge

Flexible Buchungszeiten "Finanzierungskonzept KiTa"

Familien die eine Kita in NRW besuchen, können wählen ob sie 25, 35 oder 45 Wochenstunden für ihre Kinder buchen möchten und ob ihr Kind ein Mittagessen bekommen soll oder nicht. So sieht es die gesetzliche Grundlage vor.

In der Regel ist ein 25 Stunden Platz ein reiner Vormittagsplatz, der 35 Stunden Platz kann vormittags und nachmittags oder durchgehend mit einem Mittagessen (Blockzeit) genutzt  werden und die 45 Wochenstunden beinhalten einen Ganztagsplatz. Der Träger einer Kindertageseinrichtung bekommt monatlich Geld für jedes Kind, der Buchung entsprechend. Das bedeutet; er bekommt für eine 25 Stunden Buchung weniger als für eine 35 oder 45 Stundenbuchung. Diese sogenannte KiBiz Pauschale setzt sich aus verschiedenen Töpfen zusammen und wird über das zuständige Jugendamt ausgezahlt. Für ein U2 Kind ist die Pauschale deutlich höher als für ein 3-6 jähriges Kind. Darum ist hier der Betreuungsschlüssel natürlich höher als bei einem älteren Kind. Die KiBiz Pauschale bildet den wirtschaftlichen Rahmen mit dem der Träger haushalten muss. Mehr als 2/3 der Pauschalen fließen in die Personalkosten einer Einrichtung. Das restliche Geld wird für Anschaffung, Instandhaltung sowie Versicherungen und Sonstiges verwendet.

Darum können Eltern unterjährig nur in Ausnahmefällen das Stundenkontingent für ihre Kinder ändern, da die gesamte Personalplanung daran gebunden ist.

Der Rat für Tageseinrichtungen, bestehend aus Elternteilen, Trägervertretern und pädagogischen Personal entscheidet über Öffnungszeiten, Aufnahmekriterien, pädagogischen Veränderungen und Konzeptionen.

Den Wunsch, die wöchentlichen Betreuungsstunden ihrer Kinder flexibel nutzen zu können, haben viele Eltern. Verständlicherweise, zumal Tagesmütter diesem Wunsch zumeist gerecht werden können. Jede Tagesmutter bietet ihre Plätze jedoch auch nach ihren individuellen Möglichkeiten und Ressourcen an.

Eine Kindertageseinrichtung hingegen muss alle Kinder, das gesamte pädagogische Personal mit den jeweiligen Arbeitsverträgen, das Raumnutzungskonzept und den gesetzlichen Vorlagen im Blick behalten.

Übermittagsplätze beispielsweise benötigen Essensräume sowie Ruheräume und genügend Personal, welches in der Mittagszeit arbeiten kann. Vollzeit tätiges Personal muss beispielsweise eine gesetzlich vorgeschriebene Mittagspause, nach sechs Stunden Arbeitszeit, einhalten.

Das pädagogische Konzept des Familienzentrums St. Cyriakus sieht augenblicklich vor, dass alle Kinder, die länger als 12.30 Uhr in der Einrichtung verbleiben, ein warmes Mittagessen erhalten sollen. Die Mittagszeit wird „familienähnlich“ gestaltet. Es ist uns wichtig, dass die Kinder in kleinen Gruppen (die Kleinsten maximal 6-10 Kinder und die BIMM Kinder maximal  12-14 Kinder) zusammen mit 1-2 pädagogischen Fachkräften essen können. Die Fachkräfte essen mit den Kindern den „pädagogischen Happen“. Das Essen wird in Schüsseln und auf Platten, ästhetisch ansprechend, gereicht. Die Kinder lernen sich selber aufzufüllen, das Essen weiterzureichen oder nachzufordern. In der Mittagszeit findet wichtige pädagogische Bildungsarbeit statt.  Individuelle Wahrnehmung und soziale Kompetenzen werden erlebt und gefördert. Diese Zeit bildet eine Ruhezone und gleichzeitig ein großes Lernfeld.

Wir werden in unserer Einrichtung keine „Massenabfertigung“zulassen. Das würde unserer Konzeption widersprechen. Diese konzeptionelle Wertigkeit des Essens in Kleingruppen in Kombination mit unserer räumlichen Ausstattung ist ausschlaggebend dafür, dass wir die 40 Mittagsplätze nicht überbelegen können.

Ganztagsplätze haben laut Aufnahmekriterien Vorrang vor Blockplätzen, weshalb diese dann die Differenz zu den 40 Mittagsplätzen darstellen. So kann es passieren, dass wir vielleicht nur acht Blockplätze anbieten können, wenn 32 mal ein 45 Wochenstunden Platz gewünscht wurde.

Zunehmende Bedarfe über die Mittagszeit hinaus erkennen wir sehr wohl und wir bitten deshalb um Ihr Verständnis, dass der Bedarf über die Mittagszeit belegbar sein muss, da unsere Konzeption, die personelle Situation sowie die räumliche Situation  keine Mittagsbetreuung über 40 Plätze zulassen. Ausnahmen bilden soziale Kriterien.

Mit unserer Hoffnung, das politische Veränderungen zukünftig eine bessere und individuellere Betreuung, den Bedarfen entsprechend ermöglichen, sind wir ganz bei den Familien vor Ort.